WAB begrüßt Auftrag für Bau von Konverterplattform in Deutschland – Starkes Signal für den Offshore-Ausbau und industrielle Wertschöpfung

Pressemitteilung der WAB e.V.

Bremerhaven, 17.06.2026 – Der Wind- und Wasserstoffverband WAB e.V. begrüßt die Entscheidung des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH, das Konsortium aus Siemens Energy und NEPTUN SMULDERS Offshore Renewables (NSORe) mit der Errichtung des Konvertersystems für das Offshore-Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2 zu beauftragen. Erstmals sollen Offshore-Konverterplattformen der neuen 2-Gigawatt-Klasse überwiegend in Deutschland gefertigt werden. Mit einem potenziellen Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro für zwei Projekte und mehr als 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen setzt die Vergabe ein wichtiges Signal für den Offshore-Ausbau und den Industriestandort Deutschland.

Der Ausbau der Offshore-Windenergie ist eine tragende Säule der Energiewende und essenziell für die Erreichung der Klimaziele. Mit dem zunehmenden Ausbau der Offshore-Windparks wächst zugleich der Bedarf an leistungsfähiger Netzinfrastruktur. Offshore-Konverterplattformen gehören zu den technisch anspruchsvollsten Komponenten dieser Infrastruktur und gelten europaweit als strategische Schlüsseltechnologie.

Aus Sicht der WAB ist besonders erfreulich, dass ein erheblicher Teil der Wertschöpfung in Deutschland verbleibt. Die Fertigung zentraler Komponenten in Rostock-Warnemünde stärkt industrielle Kompetenzen, schafft langfristige Beschäftigung und trägt dazu bei, die heimische Offshore-Lieferkette zu stärken und weiter auszubauen.

„Für den Ausbau der Offshore-Windenergie muss auch die industrielle Basis gestärkt werden. Die Auftragsvergabe zeigt, dass anspruchsvolle Offshore-Netzinfrastruktur auch in Deutschland gefertigt werden kann. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Energiewende, für die maritime Industrie und für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts“, sagt Markus Nölke, Geschäftsführer der WAB e.V.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein, kann aber nur der Anfang sein. Deutschland verfügt mit Bremerhaven über einen weiteren Standort, der über Flächen, die Infrastruktur und das industrielle Know-how für den Bau weiterer Konverterplattformen verfügt.  Der Bedarf ist groß genug. Der Ausbau der Offshore-Windenergie wird nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn parallel dazu Produktionskapazitäten, Fachkräfte und industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa gestärkt werden“, so Nölke weiter.

Trotz dieser guten Nachricht sieht die WAB weiterhin dringenden Handlungsbedarf, insbesondere in Bezug auf die Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) und damit verbunden eine schnelle Wiederaufnahme des Ausschreibungsfadens, möglichst noch in diesem Jahr. Die Vorschläge der Branche liegen auf dem Tisch und die Beispiele aus Dänemark und dem Vereinigten Königreich zeigen, wie Ausschreibungsdesigns erfolgreich und vor allem schnell angepasst werden können.

Die Bundesregierung muss zügig in die Umsetzung gehen, ansonsten droht ein Fadenriss der Offshore-Lieferkette, der unbedingt vermieden werden muss. Denn nur eine kontinuierliche Projektpipeline schafft die notwendige Planungssicherheit für Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

 

Über die WAB e. V.:

Die WAB ist bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windindustrie, das Onshore-Netzwerk im Nordwesten und fördert die Produktion von grünem Wasserstoff aus Windstrom. Dem Verein gehören über 200 kleinere und größere Unternehmen sowie Institute aus allen Bereichen der Windindustrie, der maritimen Industrie, der entstehenden Wasserstoffwirtschaft sowie der Forschung an. Wir vertreten über unsere Mitglieder rund 160.000 Fachkräfte. Der Windindustrie- und Wasserstoffverband WAB e.V. setzt sich als Stimme der Wertschöpfungskette für Klimaschutz mit „grüner“ Energie als Elektronen und Moleküle ein.

 

Pressekontakt:

Knut Kiesow

Clustermanager für politische Kommunikation

knut.kiesow@wab.net

 

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