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Wilhelmshaven hat das Potential, sich zum Drehkreuz für die deutsche und europäische Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln

Auf der Mitgliederversammlung der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V (WHV e.V.) wurden Details bekannt. Der Präsident der WHV e.V., John H. Niemann, hatte am 18.11. zur ordentlichen Mitgliederversammlung ins Le Patron am Südstrand geladen. Neben Neuwahlen standen für den Wilhelmshavener Hafen zukunftsweisende Themen auf der Tagesordnung.

"Der Hafen dominiert seit 1956 als Energiehafen. Mit Inbetriebnahme der Nord-West Oelleitung GmbH (NWO) und der späteren Gründung der Raffinerie sowie dem Kohleumschlag über die Niedersachsenbrücke wird Wilhelmshaven zu Recht als Energiedrehscheibe Deutschlands bezeichnet. Noch heute und auch noch in Jahren wird es fossile Brennstoffe geben müssen, um die Energiewende mit Sinn und Verstand umzusetzen," so John H. Niemann, Präsident der WHV e.V. "Wir wissen jedoch auch, dass eine angestrebte Klimaneutralität nur erreicht werden kann, wenn alternative Energien wirtschaftlich entwickelt und bezahlbar eingesetzt werden können und dazu gehört in hohem Maße Wasserstoff sowie dessen Derivate, die in industriellem Maßstab in dem einzigen deutschen Tiefwasserhafen hergestellt werden können."

Zu den bereits öffentlich erwähnten Wasserstoff-Planungen von Uniper, Salzgitter AG und Rhenus (DRI- direct-reduced-iron) sowie dem Uniper Ammoniak-Wasserstoff (H2)-Projekt unter dem Namen Green Wilhelmshaven ist ein ernstzunehmendes Großprojekt der Firma Tree Energy Solutions (TES) bereits seit Monaten mit Hochdruck mit der fachlichen Unterstützung der WHV e.V. in zielgerichteter Planung.

TES, ein Tochterunternehmen der Atlas Invest, Belgien, hat seinen Firmensitz in Wilhelmshaven eingerichtet und plant mit Nachdruck, den Wilhelmshavener Hafen zur Energiedrehscheibe für grünen Wasserstoff zu entwickeln. Das Unternehmen will in enger Zusammenarbeit mit der WHV e.V. auf dem Voslapper Groden einen Energielogistikpark mit Schiffsanleger in der Jade bauen und hat hierzu bereits umweltfachliche und technische Untersuchungen durchgeführt.

Details des Projektes hat Sven Partzsch, TES-Geschäftsführer, eindrucksvoll in seinem Referat anlässlich der WHV e.V.-MGV veröffentlicht:

TES schafft damit die Voraussetzungen, um grüne Energien per Schiff aus Regionen der Erde zu importieren, wo diese kostengünstig aus Sonne, Wasser- und Windkraft hergestellt werden können. Dafür wird vor Ort in den Exportländern grüner Wasserstoff hergestellt und in grüne Energieträger umgewandelt. Diese können mittels vorhandener Technologien und bestehender Infrastruktur gespeichert und transportiert werden.

Im Tiefwasserhafen Wilhelmshaven und dem angeschlossenen Hafengebiet sieht TES beste Voraussetzungen für ein modernes und nachhaltiges Energieprojekt zur Realisierung der deutschen und europäischen Klimaziele. Der Ausbau des Projekts ist in mehreren Stufen vorgesehen. In der finalen Ausbaustufe bis zum Jahr 2050 sollen über Wilhelmshaven jährlich 5,5 Millionen Tonnen Wasserstoff respektive 217 TWh-grüne Energie zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht etwa dem jährlichen Energieverbrauch von 43 Millionen Haushalten in Deutschland. Damit würde in Wilhelmshaven ein bedeutender Baustein der deutschen und europäischen Wasserstoff- und Klimaschutzstrategie realisiert.

Das Projektgelände befindet sich in einem Naturschutzgebiet "Voslapper Groden Nord". Im Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen ist die Fläche gleichzeitig als "Vorranggebiet für für hafenorientierte Wirtschaft vorgesehen. Das ca. 145 ha große Grundstück der TES ist 1974 durch die Eindeichung des Voslapper Grodens entstanden und wurde bis 1979 als Spülfläche genutzt. Das Ziel von TES ist es, die Umwelteingriffe zu minimieren und durch höherwertige Flächen in der Region auszugleichen. Die dafür notwendigen Umweltuntersuchungen haben im Jahr 2020 bereits stattgefunden und werden 2021 an den vorgesehenen Ausgleichsflächen fortgeführt.

Tree Energy Solutions ist bestrebt das Projekt nach Abschluss der Voruntersuchungen und Erstellung des Umweltberichts der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe ist für das Jahr 2027 geplant. Hintergründe zum Unternehmen und erste Informationen zu den Projekten und Leistungen von TES sind auf der Unternehmenswebsite verfügbar: www.tes-h2.com

Tree Energy Solutions wurde im Frühjahr 2021 von der belgischen Investmentgesellschaft AtlasInvest gegründet. AtlasInvest verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Energiebranche und investierte in den letzten Jahren verstärkt in erneuerbare Energieprojekte. Mehr Informationen zu AtlasInvest sind hier verfügbar: www.atlasinvest.be

Sven Partzsch: "Wir wollen die Energiewende mutig vorantreiben mit dem Ziel, die Energieversorgung in Deutschland CO2- neutral zu gestalten, indem wir Wilhelmshaven als Drehscheibe für eine weltweite Kreislaufwirtschaft für grüne Energien entwickeln. Hierfür bietet Wilhelmshaven ideale Voraussetzungen".

John H. Niemann: "Wir werden als Promotion- und Consulting-Partner das Projekt Next Generation Energy 2050 der Firma Tree Energy Solutions GmbH (TES) in Wilhelmshaven zum Erfolg verhelfen. Es wird als bedeutender Baustein der Energiewende den Port of Wilhelmshaven und die Energiedrehscheibe Wilhelmshaven2.0 in eine neue Zukunft führen."

Neben diesem Leuchtturmprojekt der Energiewende, mit dem Wilhelmshaven eine Führungsrolle übernehmen wird, konnte der WHV e.V.-Präsident noch eine Reihe erfolgreicher weiterer Tätigkeiten vorstellen, die das Team aus geschäftsführendem Vorstand und Office absolviert haben.

  • Dazu gehören die Mitarbeit bei der LNG-Agentur Niedersachsen: Die WHV e.V. ist maßgeblicher Partner und enger Begleiter des Projektes, das im Auftrag des Niedersächsischen Wirtschaftsministers eingerichtet wurde und bis zum 30.04.2022 aktiv sein wird.
  • Bau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven: Zusätzlich zum Hauptbahnprojekt Wilhelmshaven-Oldenburg mit dem Ausbau der zweigleisigen Strecke und kompletter Elektrifizierung hat die WHV e.V. mit dafür gesorgt, dass die Bahnanbindungen für die Nutzer optimiert werden.
  • Die Planungen für den NeuConnect Strom-Interconnector mit dem Groß-Britannien mit Deutschland verbunden werden soll; Die Verbindung durch die Nordsee soll aus zwei 700 MW-Gleichstrom-Leitungen bestehen und in der Themse beginnen und in Hooksiel enden. Mit der WHV e.V. wird die Planung und der Bau der Trasse abgestimmt.
  • Container Terminal Wilhelmshaven: Am 21.09. 2022 besteht der von der WHV e.V. initiierte JadeWeserPort/CTW 10 Jahre. Der Tag wird öffentlich gewürdigt und auch gefeiert. Der Umschlag entwickelt sich positiv.
  • Schleuseninsel / Hafentorbrücke: Die WHV e.V. plädiert seit langem für den Bau der Hafentorbrücke, damit der Bereich des inneren Hafens optimal an den zunehmenden Verkehr angeschlossen wird. Die Verwaltung ist gefordert aktiv zu werden. Die WHV e.V. hat fachliche Unterstützung zugesagt.
  • Biosphärenreservat: Die Erweiterung des Biosphärenreservats Nds. Wattenmeer um eine Entwicklungszone und das Programm "man and Biosphere" MAB ist seit 2018 auf der WHV e.V.-Agenda. Zusammen mit dem AWV haben wir aktiv an einer machbaren Lösung gearbeitet, die die Entwicklung des Hafens nicht beeinträchtigen wird. Die Praxis der Umsetzung von Unternehmensansiedlungen soll nicht erschwert werden.
  • Seaports of Niedersachsen: Zusammen mit der WHV e.V.-Tochtergesellschaft Seaports of Niedersachsen planen die Niedersächsischen Seehäfen in 2022 wieder nationale und internationale Messen und Marketingveranstaltungen.
  • Museumshafen am Küstenmuseum: Der Freundeskreis Kapitän Meyer begleitet das Projekt seit Jahren. Zurzeit stockt die Entwicklung. Die Planungen jedoch versprechen ein touristisches Highlight zu werden. Deshalb muss das Projekt zielgerichtet vollendet werden.
  • Rüstringer Berg: Unter der Regie der WHV e.V. ist eine Dreierarbeitsgruppe dabei, in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Institutionen die Überarbeitung, Modernisierung und Aktualisierung zu realisieren.

Unter TOP 3 der weiteren MGV konnte der Schatzmeister Heiner Holzhausen einen positiven Bericht abliefern. Die geplanten Ausgaben wurden eingehalten und ein Überschuss von rd. 14.700 € wurde erzielt.

Das führte zu einem positiven Bericht der Rechnungsprüfer, somit wurde die Tätigkeit des WHV e.V.-Vorstandes gewürdigt und der Entlastung des Vorstandes zugestimmt.

Die Neuwahlen des Vorstandes:

Der Präsident John H.Niemann bedankte sich bei Rolf Brandstrup und Dr. Stephan Kolschen für ihre langjährige konstruktive Zusammenarbeit im Vorstand.

In den neuen Vorstand wurden für drei Jahre gewählt:

John H.Niemann; Präsident; Geschäftsführender Vorstand
Hans-Joachim Uhlendorf; Vizepräsident; Geschäftsführender Vorstand
Heiner Holzhausen, Schatzmeister; Geschäftsführender Vorstand
Mikkel Andersen; erweiterter Vorstand
Matthias Schrell; erweiterter Vorstand
Hans-Joachim Schweinsberg; erweiterter Vorstand

Rechnungsprüfer: Ulrich Schilling, Geschäftsstellenleiter der WHV e.V. dankte den Herren Ewald Ahlrichs und Andreas Lepel für die geleistete Arbeit.

Neu von der MGV gewählt wurden die Herren Andreas Lepel; Firma Hypofakt und Alexander Bronder, Volksbank Wilhelmshaven.