Dritte Ausschreibung für Wind an Land verdeutlicht Verunsicherung

Bundesnetzagentur veröffentlicht Ausschreibungsergebnisse

Bremerhaven, 23.08.2018 — Am 17. August hat die Bundesnetzagentur die Ergebnisse für die dritte Ausschreibung Wind an Land bekannt gegeben. Die Ausschreibung zeigt lediglich eine leichte Überzeichnung; fünf Gebote wurden nicht zur Ausschreibung zugelassen. Alle zugelassenen Gebote erhielten einen Zuschlag.

Insgesamt wurden 91 Gebote mit einem Volumen von 709 Megawatt (MW) abgegeben. Der durchschnittliche Zuschlagswert für die ausgeschriebenen 670 Megawatt  liegt bei 6,16 ct/kWh und ist damit im Vergleich zur Ausschreibung im Mai 2018 leicht gestiegen (5,73 ct/kWh). Der höchste Gebotswert wurde auf 6,30 ct/kWh festgelegt, der niedrigste Wert liegt bei 4,00 ct/kWh.

Das Land Brandenburg erreicht mit 23 Zuschlägen (136 MW) den Höchstwert. An zweiter Stelle steht Nordrhein-Westfalen (12 Zuschläge, 100 MW), gefolgt von Schleswig-Holstein (16 Zuschläge, 95 MW). 23 Prozent der bezuschlagten Menge verteilen sich auf die Länder Baden-Württemberg und Bayern.

WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock sagt dazu: “Alle Bieter, die die formalen Kriterien erfüllt haben, haben auch einen Zuschlag erhalten. Der gestiegene Zuschlagswert zeigt, dass der Wettbewerbsdruck insgesamt schwächer geworden ist.” Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:

  • Vorzieheffekte: Da sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich verschlechtern, sind Projekte schneller entwickelt und in früheren Ausschreibungsrunden vorgezogen worden.
  • Verunsicherung: Bei den Windparkentwicklern herrscht große Verunsicherung. Die Bereitschaft für Vorleistungen ist gering, da das Risiko für Fehlinvestitionen hoch bzw. die Chance auf Zuschlag und Realisierung gering ist.
  • Zunehmende Restriktionen: Die Restriktionen in einzelnen Bundesländern nehmen kontinuierlich zu, wie beispielsweise Abstandsregelungen von Windenergieanlagen oder regionale Planungsverfahren. Darüber hinaus gibt es immer mehr Gebiete, in denen nicht gebaut werden darf (z.B. wegen Auflagen der Flugsicherung). Zudem werden Projekte immer häufiger beklagt.


Andreas Wellbrock schlussfolgert: “Die Onshore-Windenergie braucht einen verlässlichen Rahmen, um Projekte langfristig planen zu können. Die Bundesregierung ist nun dringend gefordert, den Unternehmen und ihren Mitarbeitern diese Planungssicherheit zu geben und Fehlentwicklungen zu beheben. Der kürzlich vorgestellte Stromnetz-Aktionsplan von Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nun wollen wir endlich Taten folgen sehen.”