AUSBILDUNG


Ausbildung in der Windenergiebranche

Es gibt viele Möglichkeiten, im Bereich der Windenergie eine Ausbildung zu machen. Brancheneigene Ausbildungsgänge gibt es allerdings nur sehr wenige. In der Regel wird in den gängigen Ausbildungsberufen ausgebildet. Später besteht die Möglichkeit, die windspezifischen Inhalte mit einer Zusatzqualifikation (siehe Weiterbildung) abzudecken. 

Die häufigsten Ausbildungsgänge sind folgende:

  • Schweißer/in
  • Schlosser/in
  • Mechaniker/in /Mechatroniker/in
  • Elektroniker/in /Elektriker/in
  • Betriebstechniker/in
  • Maschinentechniker/in
  • Laminierfachkraft


Derzeit gibt es eine Erstausbildung mit windspezifischem Schwerpunkt

    Elektroniker mit Spezifikation Windenergie
    button_rot Berufliche Bildung Bremerhaven

    Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik (mit Zusatzqualifikation Windenergietechnik)
    button_rot edwin Academy GmbH

    Basisqualifikation Windenergietechnik
    button_rot edwin Academy GmbH

    Basisqualifikation Windenergietechnik
    button_rot edwin Academy GmbH


    Besonderheiten in der Windenergie


    Die Windenergiebranche stellt eine Reihe von besonderen Anforderungen an die Mitarbeiter. So handelt es sich beispielsweise beim Schweißen von Turmsegmenten um Bleche, die bis zu 10 cm dick sind und spezielle Schweißtechniken erfordern. Laminierfachkräfte tragen eine hohe Verantwortung bei der Fertigung von Rotorblätern, da diese sehr hohe Qualitätsstandards und eine extrem geringen Fehlertoleranz haben. Das setzt genaues Arbeiten und ein feines Fingerspitzengefühl voraus. In vielen Einsatzgebieten ist es darüber hinaus erforderlich, dass die Mitarbeiter einen Nachweis für Höhentauglichkeit mitbringen und eine spezielle Sicherheitsschulung absolviert haben - die PSA-Schulung (Persönliche Schutzausrichtung). Klassischer Kandidat für diese zusätzlichen Fähigkeiten sind Servicetechniker. Dies sind häufig Elektroniker oder Mechaniker/Mechatroniker, die eine Weiterbildung zum Servicetechniker gemacht haben. Diese müssen häufig aber auch noch sehr flexibel und mobil sein, weil viele Windparks in ganz Deutschland, teilweise auch in Europa betreut werden müssen, so dass längere Abwesenheit vom Heimatort in Kauf genommen werden muss.


    Offshore setzt noch einen drauf


    Wer für die Offshore-Windenergie arbeiten möchte, muss noch weitere Anforderungen erfüllen. Zum einen gibt es hier viele technische und organisatorische Neuheiten, die es zu lernen und zu verstehen gilt, zum anderen braucht es ein bißchen Abenteuerlust, wer Offshore - also auf See arbeiten möchte. Zusätzlich zur Höhentauglichkeit und PSA-Schulung kommt hier noch die Hochseetauglichkeit und ein spezielles Offshore-Sicherheitstraining mit Hubschrauber-Unterwasserausstieg (HUET) hinzu. Viele Windparks werden mehr als 60 Km vor der Küste liegen, was lange Fahrten mit dem Schiff auf offener See bedeutet (bis zu 4 Stunden). Wer danach noch arbeiten möchte, sollte auf keinen Fall leicht seekrank werden. Außerdem machen diese langen Fahrten es erforderlich, dass die Mitarbeiter längere Zeit auf sogenannten Versorgungsplattformen wohnen, weil die Strecken zu groß sind, um sie jeden Tag hin und zurück zu fahren, und theoretisch müssten sie gleich nach Ankunft beim Windpark wieder umdrehen, da das Arbeitsschutzgesetzt normalerweise keine längeren Arbeitszeiten als 10 Stunden zulässt.

    Besteht Termindruck oder ist das Wetter zu schlecht, werden die Mitarbeiter manchmal auch mit dem Hubschrauber zu den Windenergieanlagen oder Versorgungsplattformen gebracht oder von dort abgeholt. Daher ist das Unterwasserausstiegstraining Pflicht und auch das Abseilen vom Hubschrauber auf die Anlagen muss geschult werden. 

    In seltenen Fällen kann es auch dazu kommen, dass Mitarbeiter eine Zeit lang auf einer Anlage festsitzen, wenn die Wetterbedingungen einen Transport nicht zulassen. Aber keine Sorge, dafür ist auf den Anlagen mit Notfallversorgung gesorgt.

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